GESCHICHTE DES RUDERSPORTS

Rudern blickt auf eine lange Tradition zurück, denn seit jeher greifen Menschen auf Hilfsmittel zurück, um sich auf dem Wasser fortzubewegen. Als Antriebsmittel wurden ruderähnliche Vorrichtungen verwendet. Der älteste Fund eines Ruders (Duvensee/Holstein) geht bis in die Steinzeit zurück.

Das eigentliche Sportrudern entwickelte sich im Mutterland des Sports – England. Dort veranstalteten im Jahr 1715 englische Fährleute erstmals Wettrennen auf der Themse. Das mittlerweile legendäre und jährlich stattfindende Ruderrennen der Universitäten Oxford und Cambridge hat seinen Ursprung im Jahr 1829. Diese Regatta gilt seitdem als die Älteste der Welt. In England wurde im Jahr 1831 die erste Weltmeisterschaft im Rudern ausgerichtet. Allerdings waren sportliche Aktivitäten nur für „Gentlemen“ vorgesehen. Kleinbürgerliche Schichten, Frauen und das Proletariat wurden vom Wettkampfrudern ausgeschlossen. Trotz allem etablierte sich der Rudersport und die Ruderwettkämpfe wurden in das Olympische Programm aufgenommen.

 

Etwas zeitversetzt verlief die Entwicklung des Ruderns in Deutschland, denn erst mit der Gründung des Hamburger Ruderclubs im Jahr 1836 begann die deutsche Ruderbewegung. 1844 fand die erste Regatta in Hamburg statt. Lange Zeit von Männern dominiert, sind aus dem Jahr 1884 auch die ersten Anfänge des deutschen Frauen-Rudersports bekannt. Der Deutsche Damen-Ruderverband wurde 1955 in den DRV (= Deutscher Ruderverband) aufgenommen. Dieser gründete sich bereits 1883 in Köln. Der Deutsche Ruderverband gehört zu den größten der Welt und ist Deutschlands ältester Fachverband. Nach und nach etablierte sich auch der Frauen-Rudersport, so dass er im Jahr 1973 in das Olympische Programm aufgenommen wurde.

 

ENTWICKLUNG DER RUDERBOOTE

Im Jahr 1824 erblickte in England das erste Sportruderboot das Licht der Welt. Es hatte noch keine Ausleger und keinen Rollsitz. Im Jahr 1828 entstand dann das erste Ruderboot mit hölzernen Auslegern, im Jahr 1857 wurde der bis dato feste Sitz von einem auf Kufen gleitenden Sitz abgelöst. Auch in Deutschland schritt die Entwicklung voran. 1883 wurde ein auf vier Rädern laufender Rollsitz präsentiert.

 

Im Laufe der Ruderbootentwicklung veränderte sich auch die Rudertechnik. Anfangs nur mit festen Bänken ausgestattet, lieferten einzig der Körperschwung und das Armbeugen den Vortrieb. Der Oberkörper wurde so weit wie möglich nach vorn gebeugt und weit über die Senkrechte hinaus nach hinten in die Rücklage geschwungen. Der Rücken war völlig gestreckt. Gefordert war eine akkurate und soldatisch-aufrechte Körperhaltung sowie exakte Bewegungsausführung.

 

Nach und nach setzte sich eine neue, ja geradezu revolutionäre Rudertechnik durch. Das Ziel war der gleichzeitige Einsatz von Beinen, Oberkörper und Armen. Während der Anriss damals noch mit gebeugten Armen gefahren wurde, wird er heute allerdings mit gestreckten Armen vollzogen.

 

Durch die Erfindung des Rollsitzes entwickelte sich eine Rudertechnik, die aus dem Rudern eine Ganzkörperbewegung entstehen ließ!

 

Quelle: http://sportfak.uni-leipzig.de/~lg-rudern/geschichte.html